Geschichtliches

Der Bloodhound oder Chien de St. Hubert gehört zu den ältesten Vertretern aus der Gruppe der Laufhunde. Laufhunde sind Jagdhunde, die beim Verfolgen von Wild praktisch ausschliesslich ihren Geruchssinn und ihre Intelligenz gebrauchen. Jagdhunde dieser Art, deren Name ebenso wie die Grösse und Farbe variiert, tauchen im Laufe der Geschichte in verschiedenen Ländern und Regionen auf. Eine besondere Eigenschaft, welche sie durch die Jahrhunderte bewahrten, war ihnen allen gemeinsam, nämlich die Fähigkeit mit ungeheurer Ausdauer und grösster Konzentration kalte Fährten zu verfolgen.

Früh entwickelten sich dank der selektiven Zuchtpraktiken von Klerus und Adel, welche häufig Jagdmeuten hielten, unverwechselbare Linien. Eine der berühmtesten war die der Sankt Hubertus Hunde, der Chien St. Hubert, welche im 7. Jahrhundert in den belgischen Ardennen beheimatet war und nach dem jagdbegeisterten Heiligen Hubertus benannt wurde. 

 

 

Rassestandards der vertreten Rassen

Bloodhound 
 

Mit Wilhelm dem Eroberer kamen im 11. Jahrhundert die St. Huberts nach England, wo sie für die Hochwildjagd, dem damaligen Lieblingssport der Wohlhabenden, verwendet wurden. Der in England gebräuchliche Name Bloodhound kam von der Bezeichnung "blooded hound", was soviel wie reinblütiger Jagdhund und bedeutete. Im späten Mittelalter als die Güter und Wälder an Grösse verloren und die Wildpopulation abnahm, wurde die Hochwildjagd durch die Fuchsjagd ersetzt, wofür schnellere und leichtere Laufhunde erforderlich waren.

Ungefähr zu dieser Zeit begann man sich den unübertrefflichen Spürsinn des Bloodhounds bei der Menschensuche zu Nutze zu machen. Der Bloodhound wurde zum geschätzten Helfer der Gesetzeshüter. Seine Fähigkeiten wurden so hoch geachtet, dass die Weigerung eines Hausbesitzers einen arbeitenden Bloodhound durch sein Grundstück und Haus gehen zu lassen einem Geständnis gleichkam. Trotz dieser Fähigkeit waren im 19. Jahrhundert in England nur noch wenige Vertreter dieser Rasse übrig und nur das Aufkommen von Hundeausstellungen hat diese Rasse dort vor dem Aussterben bewahrt.

Heute werden die Bloodhounds in Europa sowohl als Familienhunde, als auch als Ausstel- lungs- und Fährtenhunde gehalten und deren Können in der Sportart "Hunting the Clean Boot" geprüft.

In den USA verlief die Geschichte des Bloodhounds etwas anders. Sicher auch als Jagdhund auf Hochwild eingesetzt, wurde er schon zur Zeit der britischen Kolonien für die Suche nach vermissten oder gesuchten Personen verwendet. Häufig wurde der Bluthund aber auch mit aggressiveren Rassen gekreuzt und diese Bastarde dann auf der Jagd nach entlaufenen Sklaven und Indianern gebraucht. Dies hat dem Namen Bluthund leider einen schlechten Ruf verschafft, welcher ihm auch heute noch schadet. 

 

Aussehen

Der Bloodhound ist ein kräftiger, substanzvoller Hund mit einer Widerristhöhe von 60 bis 68 cm und einem Gewicht von 40 bis 55 kg. Sein Haar ist dicht, glatt anliegend und nicht zu kurz, die Haut lose und elastisch.

Der Kopf des Bloodhounds ist im Verhältnis zum Körper lang und kräftig und mit dünner, loser Haut bedeckt, welche sich bei gesenktem Kopf in Falten legt. Der Oberkopf ist gut gewölbt, nicht zu breit und mit markant ausgeprägtem Hinterhauptbein.

Die Augen sind mittelgross und gut eingesetzt, wobei das untere Augenlid leicht lose sein darf. Die Behänge sind lang und tief angesetzt. Der Hals ist lang und kräftig, der Brustkorb tief mit gut gerundeten Rippen. Der Rücken sollte gerade, fest und von guter Länge sein. Vorder- und Hinterläufe sind starkknochig, die Pfoten kompakt und rund. Die Rute wird säbelartig getragen. Der Gang ist frei, elastisch und schwungvoll.

Keines der typischen Rassenmerkmale sollte übertrieben ausgeprägt sein.

Man unterscheidet 3 Farbvarietäten: black and tan (schwarzbraun), red (rot, von beige bis mahagoni) und liver and tan (braun-rot). Kleine weisse Abzeichen an Brust, Pfoten und Schwanzspitze sind erlaubt. 

 

Wesen, Verwendung

Der Bloodhound wurde ursprünglich nur auf ein Ziel hin gezüchtet, nämlich eine Fährte über weite Strecken hinweg zu verfolgen. Dabei hat sich sowohl sein charakteristisches Aussehen, als auch sein spezielles Wesen entwickelt. Die lose Haut, welche sich beim Senken des Kopfes über die Augen schiebt, schützt den Hund beim Durchqueren von Dickicht und Dornbüschen vor Verletzungen. Die langen Ohren wirbeln die Geruchspartikel beim Gehen auf, der frei fliessende Speichel hilft die Geruchspartikel zu befeuchten und dadurch zu reaktivieren. Die lange weite Nase besitzt zudem mehr Geruchszellen als die meisten anderen Hunderassen. Dazu kommt die ungewöhnliche Konzentrationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Sturheit und Jagdpassion, welche diese Hunde dazu treibt eine Spur bis zur Erschöpfung zu verfolgen.

Dieselben Eigenschaften machen ihn aber auch zu einem nicht ganz einfachen Familienhund. Er ist zwar ein lieber, sensibler und intelligenter Gefährte, hat aber wegen seines Jagdinstinktes und seiner Unabhängigkeit die Tendenz sich auf Spaziergängen selbständig zu machen. Er hat die Neigung an der Leine zu ziehen, was bei einem 45 - 60 kg schweren Hund zu Problemen führen kann.

Im Haus ist er ruhig und angenehm, wird aber seinen reichlich fliessenden Speichel in der Wohnung verteilen, was nicht jeder zu schätzen weiss. Auch seine Neigung zur Unterordnung und zu Gehorsamsübungen ist eher gering, was nicht heisst, dass er, wenn auf sein Wesen eingegangen wird, nicht auch in dieser Sparte ohne weiteres mit anderen Rassen mithalten kann. 

 

Haltung, Pflege und Gesundheit

Der Bloodhound braucht genügend Auslauf, Abwechslung und Beschäftigung, damit er ein angenehmer Hausgenosse ist. Er ist wegen seines ausgeprägten Meute- und Familiensinnes nicht zur Einzelzwingerhaltung geeignet. Seine täglichen Futterrationen sollten auf mindestens zwei Mahlzeiten aufgeteilt und zu festen Zeiten verabreicht werden, um die Gefahr einer Magendrehung zu verringern. Das kurze Haar des Bloodhounds ist pflegeleicht. Regelmässiges Durchbürsten genügt. Augen und Ohrmuscheln sind regelmässig zu kontrollieren und bei Bedarf nach Anweisung des Züchters oder Tierarztes zu reinigen.

Ein beim Bloodhound auftretendes und zurecht gefürchtetes gesundheitliches Problem ist die Magendrehung. Es ist wichtig sich beim Kauf eines Bloodhounds eingehend darüber zu informieren.

Wie bei den meisten grossen Rassen können auch beim Bloodhound Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie auftreten. Gelegentlich findet man auch Hunde mit einem Entropium, d.h. einem einrollenden Augenlid, was zu Irritationen der Hornhaut führt.

Achten Sie beim Kauf eines Bloodhounds auf die oben erwähnten Probleme. Der seriöse Züchter wird in all diesen Fragen immer ein Ansprechpartner sein. 

Wem ist ein Bloodhound zu empfehlen ?

Leuten, welche einen intelligenten, unabhängigen und sensiblen Hund schätzen. Leuten, welche körperlich fit sind und fähig mit dem Hund täglich lange Spaziergänge in zügigem Tempo zu machen, weil eine gute körperliche Kondition wichtig für die Gesundheit dieser grossen Rasse ist. Leuten, welche nicht auf eine makellos saubere Wohnung wertlegen und einen gesunden Humor mitbringen. Dann ist der Bloodhound ein Gefährte, welcher das Leben seines Besitzers auf sehr persönliche Art ungeheuer bereichern kann. 

Literatur

Catherine F.Brey, Lena Reed, "The New Complete Bloodhound" (Howell Book House, NY, USA) 

Bloodhound 

FCI Nr. 84

 
Otterhound

Geschichtliches

Der Otterhound ist einer der ältesten englischen Spürhunde. Er wurde zur Jagd auf den Fischotter gezüchtet. Die Geschichte der Entstehung dieser Rasse reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Das Aussehen einer damaligen Otter - Hunde - Meute war sehr vielgestaltig. Man konnte diese Hunde wohl besser mit dem Ausdruck "Hunde die den Otter jagten" beschreiben. Grosse, kleine, lang- und kurzhaarige Hunde tummelten sich in solchen Meuten. Im Laufe der Geschichte entwickelten sich hieraus Hunde, die in der Lage waren, sehr ausdauernd, d.h. tagelang, zu laufen und zu schwimmen und mit ihrer exzellenten Nase die Spur des Otters an Land und im Wasser noch nach Tagen aufzunehmen und zu verfolgen. Zur Otterhoundmeute gehörten neben 8 - 20 Koppel (=16 - 40 Hunde) aber auch bis zu 50 Hunde.

Da der englische "Sportsgeist" keine hohen Schuhwerke zur Durchquerung der Gewässer duldete, rat einer der bekanntesten Huntsman Courtenay Tracy: "Man nehme eine halbe Flasche Whisky schütte davon etwas in die Schuhe und lasse den Rest durch die Kehle rinnen." So gerüstet traf man sich zur traditionellen Otterjagd noch vor Sonnenaufgang an den Ufern der Flüsse um die Hund auf die Fährte des Fischotters anzusetzen. Zur Verfolgung wurden die Hunde durch "Tally-ho" und ähnliche Rufe angefeuert. Mit lautem Hals folgte die Meute der Spur des Wassermarders.

Im Oktober 1891 entstand eine detaillierte Liste mit den damals in England jagenden Otterhound Meuten. Darin sind 19 Meuten welche aus 8 - 19 Koppel bestanden aufgeführt. 

 

 

In der Blütezeit der Otterjagd, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, jagten in ganz England 18 - 20 Otterhundmeuten zwischen April und September. In diesen Monaten durfte in England kein anderes Wild gejagt werden.

Der Otterhound in seiner jetzigen Gestalt muss als ein Produkt des 19. Jahrhunderts bezeichnet werden. Seine Entstehung lässt sich nicht weiter als bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Mit den mittelalterlichen "Otter - Hunden" hat er nur noch wenig gemeinsam. Zu den Vorfahren der neuzeitlichen Rasse zählten unter anderem der Bluthund od. Bloodhound, von dem der Otterhound seine Grösse, seinen schlurfenden Gang, seine zum Teil hängenden Augenlider und Lefzen, sein tiefes Geläut (Stimme) und vor allem seine gute Nase geerbt hat.

Im 19. Jahrhundert wurde der erste "Standart" verfasst, jedoch wurde der Otterhound erst sehr spät vom englischen Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt.

In den Jahren 1978 bis 1980 wurde der Fischotter in England, Wales und Schottland unter Schutz gestellt. Zu diesem Zeitpunkt existierten noch 2 registrierte Jagdmeuten, die komplett aus reingezüchteten Otterhounds (ca. 100 Stück) bestanden: die Dumfriesshire - Meute sowie die Kendal & District - Meute. Durch den Schutz des Fischotters waren diese Meuten arbeitslos geworden. Viele Hunde wurden aus diesem Grund getötet. Um die Rasse vor dem Untergang zu retten suchte man nach alternativen Lösungen. Im Jahre 1978 wurde in England ein neuer Rasseklub gegründet den Otterhound Club, sein Ziel war es dem Hund eine neue Bedeutung als Familien- und Ausstellungshund zu geben. Einer der ersten Hunde, nach der Gründung, welcher sich im Showring verdient gemacht hatte war KENDAL NIMROD und ging 1979 an der Crufts aus der Hound - Gruppe als Reservesieger hervor. Überhaupt waren die Kendal Hunde berühmt für ihre Ausstellungserfolge und bei der Arbeit während der Jagd kaum zu schlagen. 

 

Aussehen

Abgesehen von der Fellbeschaffenheit und der fehlenden, losen Haut ist die Erscheinung des Otterhounds der eines Bloodhounds sehr ähnlich. Zu seinen Vorfahren zählen neben diesem jedoch auch Foxhound, Welsh Hound, Deerhound und verschiedene Terrierrassen usw. Von Letzteren soll er das drahtige Haar haben, vom Deerhound die Schulterhöhe und vom Bloodhound die z. T. hängenden Augenlieder und Lefzen, die langen Behänge (Ohren), den schlurfenden Gang und die meist tiefe Stimme sowie seine ausgezeichnete Nase.

Ausgewachsene Otterhounds erreichen eine Schulterhöhe von 60 (Hündinnen) bis 67 (Rüden) cm und ein Gewicht von 30 - 54 kg. Sie haben mittellanges, starkes und etwas struppig wirkendes Haar, das die unterschiedlichsten Färbungen aufweist. Auffällig sind die buschigen Augenbrauen. Die mittellange Rute ist stark behaart und wird in der Bewegung fröhlich säbelförmig nach oben getragen. 

 

Wesen, Verwendung

Der heutige Otterhound hat noch nicht viel von seiner Ursprünglichkeit verloren. Er eignet sich auch heute noch wie damals zur Schweissarbeit oder anderer Nasenarbeit (vor allem für kalte Fährten). Dies ist für die normale Familienhaltung, was Spaziergänge ohne Leine anbelangt, nicht immer einfach. Er jagt, wie es damals von ihm verlangt worden ist, selbständig. Der Otterhound braucht von Welpenbeinen an eine konsequente Hand, die ihn ohne Härte, mit viel Geduld und Humor zu lenken versteht, da er trotz seines robusten Aussehens und Dickköpfigkeit, keine Härte verträgt. Diese Dickköpfigkeit ist jedoch ein wichtiger Bestandteil seines ausgeprägten Sozialverhaltens, wenn sie auch manchmal bei Gehorsamsübungen etwas hinderlich ist, so macht es den Otterhound zu einem angenehmen Partner. Er spielt zwar nach aussen hin den robusten, hartnäckigen Kerl, doch er hat einen weichen Kern, schmust gerne und liebt es mit Kindern, Frauchen und Herrchen oder mit einer Hundemeute herumzutoben. Er beweist mit seiner enormen Geduld eine sehr gute Verträglichkeit mit Kindern jedoch sollte seine Grösse beachtet werden. Er ist sehr verträglich und zeigt keine Aggression. Dadurch ergibt es sich, dass er nie ein guter Wächter für Hab und Gut sein wird. Sein Temperament ist liebenswert und gleichmütig. Er ist ein angenehmer Gefährte mit einer charakteristischen tiefen Stimme (Geläut). Sie wird von jedem Hund unterschiedlich oft bis kaum benutzt. Der Otterhound ist, was sein soziales Wesen anbelangt, ein idealer Familienhund, der in aller Hinsicht sehr verträglich und immer gut aufgelegt ist, zudem spielt er gerne mal den Clown. 

 

Otterhound

FCI Nr. 294

 
 
Basset Artésien-Normand 

Geschichtliches

Bevor das Zeitalter der Motorisation begann, waren in Frankreich Kontakte und Reisen wegen der Distanzen und landschaftlichen Hindernisse beschwerlich. Daher kam es zur Ab- geschiedenheit einzelner Regionen, in denen sich bestimmte, wenngleich verschiedenartige, Hundepopulationen entwickelten. Diese regionalen Rassen waren immer bestens den landschaftlichen und klimatischen Verhältnissen der Gegend, in der sie lebten, angepasst. Die flacheren Landstriche Frankreichs sind daher die Heimat der französischen Niederlaufhunde (Bassets). Fast alle Rassen der französischen Bassets haben ihren Namen von Landstrichen und zum Teil ehemaligen Provinzen Frankreichs erhalten, aus denen sie ursprünglich stammten. Nördlich der Normandie liegt die Provinz Artois. Sie zieht sich entlang der Grenze nach Belgien bis zu den südöstlich gelegenen Ardennen mit dem Kloster von St.Hubert. 

 

 

Aus dem grossen Chien Normand und dem Chien d'Artois, die leider beide ausgestorben sind, entstanden niederläufige Schläge. Comte Le Coulteux de Canteleu (1862 - 1863 Maître en vénerie und Maître en élevage) war der Erste, der die Qualitäten dieser Bassets erkannte, und durch sein Engagement konnte die Rasse vor dem Untergang bewahrt werden. Die Bassets Le Coulteux waren kurzhaarig und tricolor, ihre Grösse war zwischen 28 und 30 cm, sie wirkten anmutig und sehr aktiv, mit geraden bis halb-gekrümmten Vorderläufen. Diesen Typ nannte man Basset d'Artois. Zur gleichen Zeit züchtete M. Lane Bassets von völlig anderem, schwererem Typ, die aber doch sehr charakteristisch waren - die normanischen Bassets. Diese glichen dem ausgestorbenen Chien Normand besonders im Kopf, hatten gekrümmte Vordergliedmassen und leicht ausgestellte Pfoten. Es gab tricolor und bicolor Bassets, die zwischen 30 und 32 cm massen. Man nannte sie nach ihrem Züchter auch Bassets Lane.

Trotz der Bemühungen dieser beiden Züchter, hat der Basset Artésien Normand seine Entstehung aber M. Léon Verrier zu verdanken. M. Verrier war Richter und Züchter seit 1874. An Ausstellungen zeigte er Bassets, die aus Kreuzungen zwischen Le Coulteux und Lane Bassets hervorgegangen waren. Die Bassets Verrier waren kleine, kräftige Hunde, hervorragend im Typ, voller Energie und von gewisser Noblesse, mit einer Grösse von 30 - 32 cm und halb-gekrümmten Vorderläufen. Um die Vereinheitlichung der Rasse zu fördern wurde 1920 der "Club du Basset Artésien Normand" gegründet. 1938 erstellte man den Standard für den Basset Artésien Normand, der heute noch Gültigkeit hat. Um 1860 bis 1890 wurden einige Bassets aus der Zucht des Comte Le Coulteux nach England verkauft. Diese Bassets d'Artois wurden mit englischen Hunden gekreuzt und bildeten somit den Grundstock der Basset Hound-Zucht in England.

 

Aussehen

Der Basset Artésien Normand ist ein langgebauter Hund, viel länger als man es bei seiner geringen Grösse von 30 - 36 cm erwarten würde. Der fein gemeisselte Kopf und die har- monischen Körperlinien zeigen seine Rassereinheit und verleihen ihm eine gewisse Eleganz. Der Kopf ist von mittlerer Breite, mit angedeutetem Stopp und gut gewölbtem Oberkopf. Die Backen werden nicht durch Muskeln, sondern nur durch ein oder zwei Hautfalten gebildet. Der Gesamteindruck des Kopfes ist sehr trocken. Fang länglich, mit leicht gewölbtem Nasenrücken zur Nasenbeere hin, die leicht über die Lefzen hervorsteht. Augen oval, gross und dunkel; ruhiger, ernster Ausdruck. Die Bindehaut des Unterlids kann manchmal sichtbar sein, jedoch nicht übermässig. Behänge tief angesetzt, korkenzieherartig gedreht, weich, fein, sehr lang. Hals lang, mit etwas Wamme. Schultern ziemlich schräg und gut bemuskelt. Vorderläufe kurz, kräftig, immer mit sichtbarer Krümmung in den Fusswurzelgelenken, wobei diese sich aber nicht berühren dürfen. Pfoten oval, etwas länglich, geschlossen. Brust oval, lang, tief, hervorspringendes Brustbein; Rippenkorb weit nach hinten reichend. Kräftig, breiter und gerader Rücken, leicht aufgezogene Lendenpartie. Die schräggestellten Hüftknochen bilden eine leicht abfallende Kruppe und formen mit den muskulösen Oberschenkeln eine kugelförmige Ansicht. An den kräftigen, mässig gewinkelten Sprunggelenken dürfen sich Hautfalten bilden. Lange, im Ansatz kräftige, zur Spitze hin dünner werdende Rute, säbelartig getragen. Haar: kurz, dicht, anliegend, nicht zu fein. Farbe : tricolore (falbfarben mit schwarzem Mantel und weiss) oder bicolore (falbfarben mit weiss). Der tricolore Hund soll am Kopf vorwiegend lohfarbig sein. Mantel oder Flecken sind entweder schwarz, hasen- oder dachsfarbig. In der Bewegung zeigt der Basset Artésien Normand eine regelmässige, freie Aktion. ​

 

Wesen, Verwendung

Der Basset Artésien Normand ist gutmütig, fröhlich und immer zu Spässen aufgelegt. Seinem Herrn gegenüber ist er anhänglich und treu, die Familienmitglieder werden als meute- zugehörige Artgenossen betrachtet. Er hat einen stolzen Charakter ohne Falschheit, ist an- passungsfähig und intelligent im Verhalten, wobei Gehorsam nicht seine Stärke ist. Der Basset Artésien Normand ist ein lebhafter und sportlicher Hund, auf der Jagd jedoch arbeitet er gewissenhaft und entsprechend der Anatomie seiner Gliedmassen langsam. Er ist ein vielseitiger Jagdgehilfe und verfolgt dank seiner feinen Nase Kaninchen, Hase, Wildschwein, Hirsch oder sogar den Fuchs. Der Basset Artésien Normand hat seine eigene Art zu jagen, was ihn bei den französischen Jägern besonders beliebt macht. Arbeitet er in der Meute, so untersucht jeder Hund unabhängig von den anderen die Fährte, und erst nach Aufnahme der Witterung wird er lautgebend das Wild aufscheuchen und es verfolgen. Seine fleissige, zielstrebige Art lassen ihn dabei, auch wenn er alleine geführt wird, immer zum Erfolg kommen. 

Basset Artésien Normand

FCI Nr. 34

 
Basset Bleu de Gascogne 

Geschichtliches

Diese sehr alte, wegen ihrer "blauen" Farbe auffallende Rasse stammt ursprünglich aus der französischen Provinz Gascogne im Südwesten Frankreichs. Obwohl die Chiens bleu de Gascogne die französische Revolution in allen drei Grössenschlägen (Grand Chien, Briquet und Basset) überlebt hatten, blieb ihre Zahl eher unbedeutend. Anfangs des 20. Jahrhunderts war der Bleu de Gascogne praktisch ausgestorben. Einem gewissen Monsieur Bourbon ist schliesslich seine Rettung zu verdanken: Er begann 1910 mit der Rückzüchtung der Rasse, indem er einige damals noch vorhandene Bassets Saintongeois (heute ausgestorben) mit Grands Bleus kreuzte. Durch zielbewusste Selektion gelang es ihm, die Grösse der Hunde allmählich zu reduzieren, bis sie wieder die ursprüngliche, typische Basset-Statur erreicht hatten. 

 

 

Trotz ihrer schönen Färbung, ihrer klangvollen Stimme und ihrer hervorragenden Nase, - angeblich die Beste aller Bassets -, konnte sich die Rasse nie richtig durchsetzen. Dies mag vielleicht daran liegen, dass diese Hunde eher zurückhaltend und sehr sensibel sind. Ausserdem scheint es schwierig zu sein, Hunde von ausgeglichenem Typ mit der erwünschten Knochenstärke und Substanz zu züchten. Es wird aber immer Liebhaber geben, die die sanfte, ruhige Art dieser Bassets zu schätzen wissen. Wünscht sich der Jäger einen langsam und gewissenhaft arbeitenden Hund auf Hase und Kaninchen, dann wird er mit Vorteil von allen französischen Bassets den Basset Bleu de Gascogne wählen. 

 

Aussehen

Hund von mittlerer Substanz, doch nicht zu schwer, sehr edel im Typ, Grösse: 34 - 38 cm. Der Kopf ist eher lang und schmal, Occiput mässig betont, im Gesamten ziemlich "trocken". Augen braun, mit sanftem, sorgenvollem Ausdruck. Behang: tief angesetzt, fein, sehr lang und gut eingedreht. Hals ziemlich lang, mit etwas Wamme. Schultern muskulös, aber nicht "überladen". Vorderläufe kräftig, gerade gestellt oder höchstens mässig ausgedreht. Pfoten länglich ("Hasenpfoten"). Brust- und Rippenkorb tief und gut gerundet. Rücken ziemlich lang. Hinterhand gut bemuskelt, aber nicht zu rundlich (kein "Apfelpo"). Hinterläufe parallel, nicht zu eng gestellt. Rute ziemlich lang, aufrecht getragen. Haar: kurz, dicht, mitteldick.

Farbe: vollständig schwarz-weiss gesprenkelt (= "blau"), mit oder ohne ausgedehnten schwarzen Platten. Typisch ist die rotbraune "Feu"-Zeichnung (Brand) über den Augen, an den Wangen, an der Innenseite des Behanges, an den Läufen und unter der Rute.

Die Haut ist ebenfalls schwarz-weiss marmoriert. Schleimhäute, Pfotenballen und Krallen sind schwarz. 

 

Basset Bleu de Gascogne

FCI Nr. 35

 
Basset Fauve de Bretagne

Geschichtliches

Wie der Name sagt, hat diese rauhaarige Basset-Varietät ihren Ursprung an der Nordwestküste Frankreichs, der Bretagne.

An sich eine sehr alte Rasse - man glaubt, dass die Bassets Fauve die Vorfahren der Bassets Griffon Vendéen und Griffon Nivernais sind - sank ihre Popularität Ende des 19. Jahrhunderts und weit bis ins 20. Jahrhundert stetig, und erst die Gründung eines eigentlichen Rasseclubs in Frankreich 1949 (Club du Briquet Fauve de Bretagne) hat diesen kleinen robusten Jagdhund vor dem vollständigen Aussterben bewahrt. Gegenwärtig ist ein erfreulicher Aufschwung festzustellen, und man begegnet dem Basset Fauve auch wieder an Ausstellungen ausserhalb Frankreichs. In der Schweiz sind zurzeit nur einige wenige Exemplare vertreten. 

 

 

Der Basset Fauve (32 - 38 cm Widerristhöhe) ist ein flinker ausdauernder Stöberer. Sein gedrungener Körperbau und sein hartes Rauhaar prädestinieren ihn für die Jagd in den hügeligen, felsigen, gestrüppbewachsenen Küstengebieten der Bretagne. Im Gegensatz zu allen anderen Bassets fehlt ihm der tiefe, sonore Klang der Stimme. Er ist auch bedeutend aktiver und schneller, sehr alert, furchtlos und eigensinnig. Mit anderen Hunden verträgt er sich nicht ohne weiteres. Alle diese Eigenschaften legen die Vermutung nahe, dass früher einmal Rauhaar- Dachshunde eingekreuzt wurden. 

 

Aussehen

Obwohl kürzer und gedrungener, verrät die Gesamterscheinung des Basset Fauve doch die Proportionen eines typischen Basset. Sein Kopf ist mittellang, mit markantem Occiput. Augen dunkel und lebhaft, keine Hängelider. Der Behang (Ohren) soll auf Augenhöhe (nicht tiefer) angesetzt sein; er ist fein und mässig lang (bis zur Nasenspitze reichend). Lefzen nicht sehr ausgeprägt. Hals recht kurz und muskulös. Vorderläufe starkknochig, gerade oder leicht gekrümmt. Brust- und Rippenkorb ziemlich tief und gut gerundet. Hinterhand muskulös. Hinterläufe senkrecht gestellt. Die Rute wird leicht sichelförmig getragen. Haar rau, sehr hart, fast glatt und sehr kurz, niemals wollig oder gekräuselt. Farbe: falbfarben, weizengold und ziegelrot. Kleiner weisser Fleck an der Brust gestattet, jedoch nicht erwünscht. 

 

Basset Fauve de Bretagne

FCI Nr. 36

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